Leo XIV. fordert mehr Macht für die UN aufgrund von KI
Der zentrale Widerspruch von Magnifica Humanitas besteht darin, dass sie zentralisierte technologische Macht und "babylonische" globale Systeme verurteilt, gleichzeitig aber supranationale Regierungsstrukturen zur weltweiten Regulierung der KI fordert.
In der Enzyklika wird "Babel" zum Symbol für eine Zivilisation, die auf zentralisierter Macht, Uniformität und menschlicher Selbstgenügsamkeit beruht.
§5 warnt, dass private, oft transnationale Akteure über "Ressourcen und Fähigkeiten verfügen, die denen vieler Regierungen überlegen sind", was ihnen "eine beeindruckende Macht über die gesamte Menschheit" verleiht.
Die vorgeschlagene Lösung ist jedoch eine stärkere internationale Koordinierung und eine globale Steuerung der KI.
Die Enzyklika fordert eine "internationale Ordnung" (§33), "universelle Brüderlichkeit" (§44) und weltweit geteilte moralische Grundsätze für die Steuerung der KI.
§64 fordert "wirksamere Formen der Zusammenarbeit und internationale Institutionen, die in der Lage sind, das globale Gemeinwohl zu schützen."
In §72 werden supranationale Institutionen gefordert, die in der Lage sind, weltweit gerechte Regeln für die Datenverwaltung, digitale Umgebungen und algorithmische Entscheidungsfindung zu gewährleisten.
Vor allem aber fordert §226 eine Stärkung der Vereinten Nationen mit Autorität über globale digitale Systeme, universelle KI-Standards und transnationale Durchsetzungsmechanismen.
Der Widerspruch ist offensichtlich. Die Enzyklika fürchtet konzentrierte technologische Autorität und digitale Oligarchien, fordert jedoch wiederholt eine globale Regulierung und multilaterale Governance - ohne ernsthaft darauf einzugehen, wer die Regierenden regiert.
Weitere Widersprüche in der Enzyklika
- KI ist neutral - KI ist nicht neutral
In §9 heißt es über die KI: "Abstrakt betrachtet, ist sie an sich weder eine Lösung für die Probleme der Menschheit noch ein Übel."
Doch in §104 heißt es: "Wir können KI nicht als moralisch neutral betrachten."
- Die Kirche ist nicht im Besitz der Wahrheit - und doch schreibt sie im Detail vor
In §25 heißt es, dass die Kirche nicht behauptet, ein Monopol auf die Wahrheit zu besitzen. Doch darauf folgen Dutzende von spezifischen politischen Vorschriften und moralischen Urteilen. Ein Beispiel ist §107, in dem es heißt: "Was wir brauchen, ist ein aktiveres politisches Engagement, das in der Lage ist, die Dinge zu verlangsamen."
- Der gerechte Krieg wird überwunden - während die Kriterien des gerechten Krieges bestehen bleiben
§192 fordert "die Überwindung der Theorie des 'gerechten Krieges', die allzu oft zur Rechtfertigung jeder Art von Krieg herangezogen wurde."
Dennoch bewahrt §199 die klassischen Grundsätze des gerechten Krieges wie Verhältnismäßigkeit, Schutz der Zivilbevölkerung, Rechenschaftspflicht und die Unterscheidung zwischen Kombattanten und Nichtkombattanten im KI-Krieg.
AI-Übersetzung